23.08.2024, 12:34
05.03.2018
Ort: Quelii Sektor im Outer Rim
Zeit: 23 nach Endor
Ort: Quelii Sektor im Outer Rim
Zeit: 23 nach Endor
Die Zeit. Ist sie mein Freund? Oder ist sie mein Feind? Mal ist es so, mal anders. Dieses verwirrende Spiel jagt mich bereits eine Weile. Manchmal ist die Zeit einfach unberechenbar. Ich fühle wie sich alles verändert. Nicht nur um mich herum, sondern auch in mir. Und wieder spielt ein entscheidender Faktor eine große Rolle. Die Zeit.
Ich liege in meinem Quartier auf der Matratze. Die Augen geschlossen. Tief in der Meditation versunken, erscheint wieder dieses Gesicht vor meinem geistigen Auge. Ein Gesicht mit stechend blauen Augen. Heute sehen sie traurig aus. Sie schauen nach unten. „Sei nicht traurig. Ich bin da.“ flüstere ich den Augen zu. Sie sehen auf und schauen mich direkt an. Sie hellen sich auf, ja sind geradezu erwartungsfreudig. Sie leuchten wie strahlend blaue Sterne. Ich lächle leicht. Dann verdunkeln sich die Augen etwas. Sie schauen nun skeptisch und gleichzeitig fragend zu mir. Doch ich lächle weiter „es wird alles gut werden. Ich helfe dir, wo auch immer du dich grad befindest. Ich finde dich.“ Ich überlege einen Moment, dann packe ich noch ein „versprochen“ hintendran. Und wenn ich etwas verspreche, dann halte ich es auch.
Eine Stunde später erwache ich aus meiner Machttrance. Ich habe wieder von diesen Augen geträumt. Wenn ich nur wüsste, wohin diese gehören. Seit Monaten träume ich von verschiedenen Orten und immer diesen Augen. Ohne zu verstehen, zu wem sie gehören und was diese Orte genau sind, wo sie sind und vor allem, was mein Unterbewusstsein mir damit sagen will. Ist es ein Traum oder tatsächlich eine Vision. Oder möchte jemand mit mir Kontakt aufnehmen. Viele Fragen, die im Raum stehen. Ich nehme mir fest vor, beim nächsten Kontakt Fragen zu stellen. In der Hoffnung, sie würden beantwortet werden.
…….. einige Monate später…..
Dieses Mal war es anders. Ich spüre sofort, dass etwas nicht stimmt. Die Farben haben sich geändert. Ein leuchtendes Blau wird zu einem dunklen Grau. Und ein leuchtendes Rot ist auf einmal fast Braun. Die Farben verblassen. Ich habe das Gefühl, die Zeit rennt und will weg. Irgendetwas seltsames passiert hier. Und dann kommen sie wieder, die Augen. Diesmal sind sie matt, grau und sehen erschöpft aus. Eine Silhouette entsteht. Es formt sich ein Gesicht zu diesen Augen und ein Körper dazu. Eine schlanke Gestalt wandelt mit traurigen Augen auf mich zu. „Gib mir einen Anhaltspunkt. Wo finde ich dich?“ Frage ich sie direkt. Ich flüstere und weiß nicht warum. Ich habe das Gefühl, sie befindet sich in großer Gefahr.
Langsam kommt die Silhouette auf mich zu. Es flüstert mir „Corstris“ zu. Ich überlege eine Weile. Corstris ist mir als Waldplanet bekannt. Es gehört zum Quelii Sektor. Ich weiß das, weil in dem gleichen Sektor auch Dathomir liegt, das System, das unter meiner Verwaltung steht.
Ich kann diesen Augen den Wunsch nicht abschlagen. Sie wirken mittlerweile kraftlos. Ich flüstere zurück „ich hole dich da raus. Warte auf mich. Gib nicht auf. Ich bin auf dem Weg.“ Und dann konzentriere ich mich auf mein Innerstes, um mich aus der Machttrance heraus zu befördern. Dieses gelingt mir recht gut. Ich bin mittlerweile geübt darin, seitdem ich täglich trainiere.
Ich befinde mich auf Dathomir. Hier haben wir noch einiges zu regeln gehabt. Die Shadow werde ich nicht mitnehmen auf dieser Tour. Das ist eine Privatangelegenheit. Hier nutze ich meinen eigenen Sith Taral, der mir schon gute Dienste geleistet hat.
… ein paar Stunden später…
Ich sitze in meinem Taral. Mit der Macht verbunden durchlaufe ich alle Kontrollen. Dann hebe ich von der Platform ab. Tamith und Jaelle wissen Bescheid und kümmern sich um alles während meiner Abwesenheit. Zuerst wollte Jaelle mich begleiten. Doch dies ist meine eigene Mission. Das muss ich alleine erledigen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit sehe ich den grünen Horizont über dem Corstris System. Ein Hyperraumsprung hat mich hier hergebracht. Innerhalb der Sektoren ist das relativ schnell möglich. Ich schließe meine Augen und konzentriere mich auf alles um mich herum. Ich versuche herauszufinden, wo genau ich hin muss. Irgendetwas muss mich hier leiten. Ich gebe mich dem Gefühl, das sich in mir ausbreitet, hin. Es leitet mich. Die Macht leitet mich. Ich werde eins mit der Macht. Die Macht steuert meinen Jäger auf den Planeten zu. Plötzlich leuchten einige Lämpchen auf und es ertönt eine Stimme „Hier Bodenkontrolle Corstris. Identifizieren Sie sich.“
Ich erschrecke für einen Moment. Dann reiße ich mich zusammen „Sith Lady Kirana Zero. Im Auftrag des Dunklen Orden. Reine Routinekontrolle. Ende.“ Ich hoffe, dass ich überzeugend war. Es wird ruhig in der Leitung. Sekunden, die mir wie Stunden vorkommen, vergehen. Dann knackt es in der Leitung. „Landeerlaubnis erteilt. Fliegt zur Bucht 1-3-201. Das Hangarpersonal wird sich mit Euch in Verbindung setzen Mylady. Willkommen auf Corstris.“ Puuhhh… ich atme aus. Es hat funktioniert.
Ich fliege wie befohlen zu der passenden Bucht. Nachdem ich den Jäger verlasse, aktiviere ich mit der Macht den Schliessmechanismus. Niemand wird dieses Schiff betreten können, da es nur auf meine Machtsignatur autorisiert werden kann. Ich spüre bereits eine Armada an Personal auf mich zulaufen. Ihnen voran anscheinend ein Offizier. Dieser fällt fast auf die Knie vor mir „Mylady. Willkommen auf unserem bescheidenen Waldplaneten. Was können wir für Euch tun?“ Ich habe meine Robe an, die Kapuze weit ins Gesicht gezogen. Ich möchte so mystisch wie möglich erscheinen, damit sich möglichst wenige Individuen an mein Gesicht erinnern, sondern nur an meine Erscheinung.
Ich hebe die Hand „erhebt Euch. Ihr könnt mir nicht im Wege stehen. Damit erleichtert Ihr mir meine Aufgabe. Ich werde mich für maximal 3 Tage hier aufhalten. Dann habe ich weitere Verpflichtungen. Macht Euch für mich unsichtbar bis dahin. Mehr erwarte ich nicht.“ Hoffentlich nicht zu großkotzig, denke ich noch so bei mir, während er sich mehrfach verbeugt und ein „selbstverständlich Mylady. Alles was Ihr wollt.“ Und entfernt sich rasch mitsamt seiner Truppe. Ich höre noch, wie er allen zuraunt, dass sie mir nicht im Wege stehen sollen, wenn Ihnen ihr Leben lieb ist.
Dass es so einfach wird, hätte ich nicht gedacht. Umso besser. Jetzt muss ich die Person finden, der die Augen aus meiner Trance gehören. Ich verlasse den Hangar und schaue mich um. Mit einem Griff in die Macht spüre ich ein vertrautes Gefühl. Es ist fast so, als könne ich die Präsenz dieser Person spüren. So oft habe ich sie im Traum gesehen. Über Galaxien hinweg würde ich diese Präsenz finden. Es ist wie ein Wegweiser, der mich führt.
Mit Hilfe der Macht komme ich schneller voran, als ich dachte. Doch dann ist es vor mir. Ein Hindernis, welches ich nicht einfach so überwinden kann. Ich spüre deutlich, dass ich dahinter finde, was ich suche. Doch ich komme nicht rein. Es erstreckt sich vor mir eine Mauer. Nicht, dass ich nicht drüber springen könnte. Doch diese Mauern sind gut bewacht und dahinter scheint sich eine Art Zitadelle zu befinden. Mein Hauptproblem wird mir erst bewusst, als ich vor dem Eingang stehe. Ich spüre deutlich die dunkle Seite der Macht hier. Und zwar so extrem stark, dass ich Probleme habe, mich und meine Identität zu verschleiern. Zu groß ist die Versuchung, hier nachzugeben und mich einfach in die Macht einzutauchen. Doch damit würde meine Identität sofort enttarnt und ich könnte auch direkt hineinmarschieren.
Unter größter Anstrengung und mit körperlichen Kräften versuche ich die dicke Stein Tür an der Seite zu öffnen. Noch soll niemand merken, dass ich hier bin. Ich verschließe meinen Geist vor dem, was mich eventuell im Innern erwartet. Kontrolle ist hier das Zauberwort. Da ich keine Ahnung habe, wer hinter diesem Domizil steckt, muss ich die Kontrolle behalten. Das ist das oberste Ziel. Ich betrete das Gemäuer. Ich mache mir nicht die Arbeit, die Stein Tür wieder zu verschließen, da man relativ schnell bemerken wird, dass ich im Gebäude bin, ob sie offen oder verschlossen ist.
Ich muss meinen Geis verschließen, was mir jedoch auch die „einfache“ Suche nach meiner Zielperson erschwert. Denn jetzt muss ich mich auf mein inneres Gefühl verlassen. Und DAS ist längst nicht so sicher, wie die Macht. Es lenkt mich eine Steintreppe nach unten. Ich habe das Gefühl, hier richtig zu sein. Ein Gefühl von Wärme breitet sich in mir aus. Es wird stärker. Es zieht mich in seinen Bann. Und so gehe ich weiter. Die kalten, nackten Wände rechts und links von mir starren mich düster an. Ich kann keine Bedrohung spüren.
Weiter vor mir sehe ich gedämmtes Licht. Ich gehe langsam drauf zu. Ich höre Stimmen. Es wird sich unterhalten. Ich habe eine Hand automatisch am Gürtel, um mein Lichtschwert jederzeit ziehen zu können. Doch es gilt noch immer die Prämisse – keine Macht einsetzen oder darauf hinweisen solange es nicht notwendig ist. Die Stimmen unterhalten sich. Es geht um einen Kampf, den sie führten vor nicht allzu langer Zeit. Ich habe keine Zeit mich darauf zu konzentrieren. Ich weiß nur, ich muss an ihnen vorbei, ohne dass sie es mitbekommen.
Unsichtbar machen ist eine gute Idee. Doch dies ist mit der Macht verbunden. Setze ich es ein, laufe ich Gefahr entdeckt zu werden. Setze ich es nicht ein, laufe ich ebenso Gefahr entdeckt zu werden. Jetzt ist die Frage, was ist das kleinere Übel. Von den zwei Wachmännern entdeckt zu werden und sie zu überwältigen, oder von einer noch größeren Macht entdeckt zu werden und eventuell noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Da fällt mir die Wahl nicht schwer.
Ich laufe. Ich laufe als ginge es um mein Leben. Ich versuche einfach, an den Wachen vorbeizulaufen. Natürlich gelingt mir dies nicht. Die sind nicht umsonst hier. Ein großer, bulliger Typ springt sofort auf mich los, während er noch „Eddie hol Verstärkung“ ruft. Ich nehme Anlauf, schmeiße mich auf den Boden, der durch Feuchtigkeit rutschig ist. Ich rutsche durch den breitbeinig und mit beiden Armen auf mich zu hüpfenden Typen durch. Währenddessen ziehe ich aus beiden Stiefeln jeweils einen Dolch. Als ich zum Stehen komme, direkt hinter dem ersten Typen, steche ich zielgerichtet den Dolch in der linken Hand durch den Rücken dessen und treffe genau die richtige Stelle, sodass er zu keuchen anfängt und um Atem ringt.
Den zweiten Dolch werfe ich zielgerichtet auf Eddie zu, den ich am Hinterkopf treffe. Der Dolch bohrt sich durch die Geschwindigkeit direkt durch den Hinterkopf nach vorne durch. Eddie fällt und knallt dumpf auf dem Boden auf. Sein Kumpel tut es ihm gleich. Beide sind kurz darauf ausgeschaltet. Ich ziehe meine Dolche wieder raus aus den nun leblosen Körpern und stecke sie wieder in meine Stiefel. Ich werde sie sicher noch benötigen. Mein Weg geht weiter.
Es wird rutschiger unter meinen Füßen. Es bilden sich an einigen Stellen im Boden kleinere Pfützen. Die Feuchtigkeit erreicht hier unten einen Höhepunkt. Es bleibt nun eben, es geht nicht weiter runter. Auf der rechten Seite befindet sich eine Einbuchtung, eine Art Raum, eine Aushöhlung. An dieser befinden sich drei Türen. Alle drei Türen sind verschlossen und nicht zugängig. Ich lege an jede Tür meine Hand und versuche zu fühlen, ob dahinter meine Zielperson ist. Hinter keiner dieser Türen fühle ich das, was ich noch immer weiter weg fühle. Die Person ist nicht hier. Ich muss weiter.
Der Gang führt weiter. Immer wieder gibt es zwischendurch die Einbuchtungen. Und immer wieder treffe ich auf vereinzelte Wachleute. Ab und zu schaffe ich es an Ihnen vorbei ohne dass sie mich bemerken. Der eine oder andere muss jedoch sein Leben lassen, damit ich vorbeikomme. Das Gefühl wird immer stärker. Ohne das ich die Macht nutze, spüre ich diese Person. Es ist, als wäre unser Geist eins. Irgendwann, nach gefühlt stundenlangem Suchen, komme ich an einen Punkt, an dem das Ende erreicht ist. Aber hier ist keine Ausbuchtung. Keine Tür….
Dann spüre ich es. Es ist unter mir. Doch wie komme ich unten in die Steine rein? Es dauert eine Weile, bis ich links an der Wand eine Unebenheit entdecke. Es ist sehr dunkel hier unten, kein Licht. Ich werde kein Licht erzeugen, welches auf mich aufmerksam machen könnte. Ich untersuche die Unebenheit an der Wand, die sich als Mechanismus entpuppt. Ich betätige diesen und vor mir öffnet sich die Wand. Sie öffnet sich einfach so. Eine Treppe erscheint und führt mich nach unten. Seltsamerweise gibt es hier alle paar Schritte eine Fackel, die leuchtet. Weiter unten sind mehrere Stimmen zu hören. Hier sind anscheinend mehr Wachmänner als oben. Ich spüre deutlich, dass mein Weg mich hier durch führt. Ich muss darunter und die Wachmänner töten. Ich überlege, wie ich es möglichst kurz und schmerzlos erledigen kann. Da fällt mir die Rauchbombe ein. Ich setze mir meine Maske auf und lass die Rauchbombe gezielt zwischen die Menge an Wachmännern rollen. In dem Moment, als alle vier hier unten um die Bombe herum stehen und rätseln, was das wohl sei, aktiviere ich den Mechanismus und die Bombe geht hoch. Weißer Rauch steigt auf und nimmt ihnen die Sicht und den Atem. Ich schlängle mich durch die Reihen und töte einen nach dem anderen. Schnell und unkompliziert, so wie ich es auf der Akademie gelernt habe vor vielen Jahren und es seit Jahren praktiziere, wen es notwendig ist.
Dann ist es soweit. Ich fühle es deutlich. Dazu kommt, dass die dunkle Energie anfängt, an meinem Dasein zu fressen. Ich kann sie nicht viel länger von mir fernhalten. Einfach alles in mir schreit danach, die Energie aufzunehmen und in Kraft umzuwandeln. Ich spüre, wie mir schwindelig wird. Ich stehe kurz davor, alles zu riskieren und die dunkle Macht um mich herum aufzusaugen. Ich weiß, dass ich es will. Doch mein Verstand rät mir noch eine Weile zu warten. Übe dich in Geduld, schreit er meinem Gefühl der dunklen Macht gegenüber entgegen. Geduld. Ein Wort, das in der Zeit existiert. Und wieder ist sie da. Mein Feind, die Zeit. Sie arbeitet gegen mich.
Der Rauch der Rauchbombe verzieht sich langsam. Die Wachmänner liegen auf dem Boden. Sie sind eliminiert worden. Von mir persönlich. Mit jedem Leben, das ich auslösche, fühle ich mich ein Stück besser. Ich habe Gerechtigkeit getan. Diese Menschen hier haben Unrecht getan. Sie haben sich beteiligt und das macht sie zu Tätern. Demzufolge habe ich dem Wunsch des Ordens entsprochen und die Welt ein Stück gereinigt.
Nun ist es soweit. Ich lege meine Hand an die letzte Tür, die es hier gibt. Und das Gefühl ist sofort da. Als würde es mich direkt anfassen. Ich schließe die Augen. Es ist so intensiv. Ich weiß nicht, ob ich die Macht genutzt habe oder aber mein Gefühl stark genug war. Ich riss das Schloss von der Tür, stemmte die schwere Eisentür auf und dann sah ich sie. Ich sah direkt hinein in die blauen Augen. Diese Augen, die mich seit Monaten in den Träumen verfolgen. Diese Augen, die sonst leuchtend blau, doch mittlerweile schwach grau sind. Sie sehen jetzt erschreckt aus, weit aufgerissen und doch irgendwie erleichtert….
To be continued….
